LPC in der Presse
Passagiere ab Hamburg sparen beim Flugticket
Hamburger Abendblatt, 10.12.2009
Von Volker Mester
Die Zahl der Fluggäste ist um fünf Prozent gesunken. Aber 2010 erwartet der Hamburger Airport wieder einen leichten Aufschwung.Der durchschnittliche Ticketpreis der Passagiere am Flughafen der Hansestadt ist auf 305,90 Euro im Vergleich zu 326,30 Euro im Vorjahr gesunken.
Hamburg. Auch die Hamburger haben in der Luftfahrtkrise beim Fliegen gespart: Der durchschnittliche Ticketpreis der Passagiere am Flughafen der Hansestadt ist auf 305,90 Euro im Vergleich zu 326,30 Euro im Vorjahr gesunken. Dabei wirkten sich die Kostensenkungsanstrengungen der Unternehmen erkennbar aus. So nahm der Anteil der Geschäftsreisenden von zuvor 40 Prozent auf 35 Prozent ab und es waren weniger Fluggäste mit einem Ticket für die Businessclass unterwegs (1,6 Prozent nach zuvor 1,8 Prozent).
Mit einer baldigen Rückkehr zu den früheren Verhältnissen wird nicht gerechnet: “Wir sehen ganz klar einen Trend zum günstigeren Fliegen”, sagte Michael Eggenschwiler, Chef des Hamburger Flughafens, vor dem Luftfahrt-Presse-Club und dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten.
Dabei war der niedrigere Ticketpreis nicht etwa auf einen weiteren Vormarsch der Billigflieger zurückzuführen, denn deren Marktanteil blieb bei 26,9 Prozent unverändert. Dennoch buchten die Hamburger Passagiere immerhin schon 51,2 Prozent aller Flüge im Internet (Vorjahr: 46,8 Prozent).
Eggenschwiler rechnet für das Krisenjahr 2009 mit einer Abnahme der Fluggastzahl in der Hansestadt um fünf Prozent auf knapp 12,2 Millionen, wobei das Minus etwa so groß wäre wie im deutschen Branchenschnitt. “Die Rückgänge sind aber im Laufe des Jahres geringer geworden und im November haben wir in Hamburg erstmals wieder ein Plus im Vergleich zum Vorjahresmonat erreicht”, erklärte Eggenschwiler.
Für das kommende Jahr erwartet er eine Erholung der Verkehrszahlen mit einer Zunahme um 2,8 Prozent. Seine Zuversicht begründet der Flughafenchef mit neuen Flugzielen, unter anderem London-Gatwick (Easyjet), Agadir/Marokko (Condor) und Marsa Alam/Ägypten (Hamburg International). “Auch dies lässt uns optimistischer in die Zukunft sehen, als man dies vor einem Jahr einschätzte”, so Eggenschwiler. Dass zu den 15 werktäglichen Abflügen nach Frankfurt mit der Lufthansa nun auch noch bis zu sechs Flüge mit Air Berlin hinzukommen, “wird die Tarifstruktur auf dieser Route sicher verändern”.
Außerdem werde die Passagierzahl zwischen den beiden Städten voraussichtlich in der Summe zulegen, wie das Beispiel verschiedener anderer Routen, auf denen ein zusätzlicher Anbieter aktiv wurde, gezeigt habe.
Eine Gefährdung der von Emirates beflogenen Dubai-Route, eine der wenigen Langstrecken des Hamburger Flughafens, kann Eggenschwiler trotz der Finanzprobleme des Scheichtums nicht erkennen: “Was wir sehen, ist ein verlässlicher Partner mit guten Auslastungen.” Es gebe sogar Gespräche über einen zweiten täglichen Flug und auch die Eröffnung der Emirates-Lounge in Hamburg vor vier Wochen – es ist die zweitgrößte Lounge der Fluggesellschaft in Europa – sei ein Zeichen des Vertrauens in den Standort.
Trotz des Rückgangs der Passagierzahlen stellt Eggenschwiler für 2009 einen “zufriedenstellenden” Gewinn in Aussicht. Die Zahl der Mitarbeiter blieb konstant.
Einen Beitrag zu höheren Ertragspotenzialen leistete das vor einem Jahr eröffnete Einkaufs-Terminal “Airport Plaza”. Damit seien die Einzelhandelseinnahmen hinter den Sicherheitskontrollen um 18,5 Prozent gestiegen. “Unsere Erwartungen an die Plaza haben sich erfüllt”, sagte Eggenschwiler. Mit rund 35 Euro sei die durchschnittliche Einkaufssumme im Vergleich zu anderen Flughäfen ähnlicher Größe sehr hoch – und sie sei trotz der Wirtschaftskrise konstant geblieben. Laut Passagierbefragung haben 16 Prozent der Fluggäste etwas eingekauft, die Gastronomie nutzten knapp 23 Prozent der Passagiere.
Hamburg Airport sieht keine Auswirkungen der "Dubai-Krise"
09.12.09
Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires
HAMBURG (Dow Jones)—Der Flughafen der Freien und Hansestadt Hamburg ist von der finanziellen Krise in Dubai nicht betroffen. “Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es der Airline Emirates schlecht geht oder dass das Volumen der Flüge nach Dubai rückläufig ist”, sagte Michael Eggenschwiler, Geschäftsführungsvorsitzender der Flughafen Hamburg GmbH (FHG), am
Dienstagabend dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg. Er gebe auch keinerlei Hinweise darauf, dass sich hier etwas in absehbarer Zeit ändern werde.
Die Emirates-Langstrecke von Hamburg nach Dubai entwickelt sich seinen Angaben zufolge stabil. Von Januar bis November 2009 sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Passagierplus von 22% verzeichnet worden. Außerdem hätte Emirates gerade am Hamburger Flughafen ihre größte deutsche Lounge eröffnet und damit ihr Vertrauen in diesen Standort ausgedrückt.
Mit Blick auf das kommende Jahr zeigte sich der Geschäftsführer für die Entwicklung des Flughafens “verhalten optimistisch”. Er rechnet sowohl bei den Geschäfts- als auch bei den Privatreisen mit einem positiven Trend und einem “leichten” Wachstum der Verkehrszahlen. Es sei derzeit allerdings schwer schätzbar, wie sich das erwartete Wachstum in den kommenden beiden Jahren genau gestalte, sagte Eggenschwiler. Er rechnet nicht mit einem “steilen” Anstieg der Passagier- und Frachtzahlen.
“Es gibt zwar keine Anzeichen für einen erneuten Rückschlag in der konjunkturellen Entwicklung”, sagte der Geschäftsführer. Es gebe aber auch keinen Grund zu sagen, dass schon alles vorbei sei und von nun an selbständig bergauf gehe. Aus diesem Grund plant er 2010 mit Vorsicht.
Das Jahr 2009 hat sich seinen weiteren Angaben zufolge nicht so schlecht entwickelt wie vor 12 Monaten prognostiziert. Der Flughafen Hamburg werde trotz der weltweiten Krise noch ein “zufriedenstellendes Ergebnis” ausweisen. Details zu Umsatz und Gewinn nannte Eggenschwiler aber nicht.
Im Passagiergeschäft sieht er im Gesamtjahr einen Rückgang um 5% auf 12,19 Millionen. Bei den Flugbewegungen rechnet er mit einem Minus von 10% auf 155.000.
Zuversicht schöpft der Geschäftsführer aus der Entwicklung gegen Jahresende. Im November sei erstmals in diesem Jahr bei den Passagierzahlen ein Plus von 3,8% verzeichnet worden. Von Januar bis Oktober 2009 hätten die Passagierzahlen noch jeden Monat unterhalb des Niveaus von 2008 gelegen. Insgesamt habe Hamburg in dieser Periode einen Rückgang von 6,4% auf 10,37 Mio Fluggäste verzeichnet. Bei der geflogenen Luftfracht lag das Minus in diesem Zeitraum bei 7,2%, bei der gefahrenen Luftfracht sogar bei -27,7%.
Der Flughafen Hamburg wird aller Voraussicht nach in naher Zukunft nicht an die Börse gehen oder eine Veränderung der Anteilseigner erleben. “Ich sehe weder bei der Stadt Hamburg noch bei Hochtief eine Veränderung”, sagte Eggenschwiler. Beide Anteilseigner hätten “keinen Ansatz eines Gedankens” etwas an ihrem gegenwärtig Engagement zu ändern. Die Stadt hält 51% am Flughafen, Hochtief die restlichen 49%.
Eine stabile Entwicklung prognostiziert der Geschäftsführer auch für die Flughafenentgelte. Der bestehende Vertrag soll um weitere 5 Jahre verlängert werden. Erhöhungen der Preise seien nicht vorgesehen, sagte der Geschäftsführer. Damit gehöre Hamburg zu den günstigeren Standorten in Deutschland.
Flughafen senkt Ausstoß von CO2
Die Welt 10.12.09 – Von Michael Schneider
Der Hamburger Flughafen hat den jährlichen Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids am Boden um ein Drittel reduziert. Das entspreche 12 000 Tonnen und damit dem Jahresausstoß von 5800 Mittelklassewagen, sagte Flughafen-Geschäftsführer Michael Eggenschwiler am Dienstagabend vor dem Luftfahrt-Presse-Club (LPC) in Hamburg. Außerdem habe sich der größte norddeutsche Flughafen zum Ziel gesetzt, seinen Energieverbrauch bis zum Jahre 2011 um weitere zehn Prozent zu senken. “Wir fühlen uns nicht zuletzt wegen der Stadtnähe unseres Airports zu dieser Haltung verpflichtet”, sagte Eggenschwiler.
Alle Gepäckschlepper am Flughafen werden inzwischen mit Erdgas betrieben. Geplant ist der Einsatz weiterer Erdgas- und Wasserstofffahrzeuge. Außerdem beziehen die Flugzeuge ihren Strom über die Fluggastpier, flugzeugeigene Hilfstriebwerke bleiben ausgeschaltet. Darüber hinaus führt der Flughafen Hamburg vom 1. Januar an emissionsabhängige Start- und Landegebühren ein. Diese Entgelte werden auf den Ausstoß von Stickoxiden und unverbrannten Kohlenwasserstoffen erhoben. “Diese emissionsabhängigen Landeentgelte bringen dem Flughafen keine zusätzlichen Einnahmen. Vielmehr werden Airlines mit umweltfreundlichen Flugzeugen belohnt”, betonte Eggenschwiler.
In diesem Jahr sei auch der Flughafen Hamburg von der Wirtschaftskrise betroffen, die die Luftfahrtfahrtbranche besonders stark erschüttert habe. Eggenschwiler erwartet für 2009 ein Passagieraufkommen von 12,19 Millionen Passagieren. Das wäre ein Rückgang von gut fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr (12,84 Millionen). “Trotzdem wird Hamburg Airport in diesem Jahr ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaften”, betonte Flughafenchef Eggenschwiler.
Die Gesellschaft gehe mit vorsichtigem Optimismus in das nächste Jahr. Denn Ende dieses Jahres habe es wieder Wachstumsraten auf den deutschen Flughäfen gegeben. Hamburg werde auch im Jahre 2010 trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage wieder rund 32 Millionen Euro investieren.
Während sich der Langstreckenverkehr in den ersten neun Monaten des Jahres weiterhin positiv entwickelt habe, seien der Deutschlandverkehr um 4,8 und der Europaverkehr sogar um 7,5 Prozent zurückgegangen. Wichtigste Hamburger Destinationen in Deutschland in den ersten neun Monaten 2009 seien München (1,5 Millionen Passagiere), Frankfurt (1,1 Millionen) und Stuttgart (0,7 Millionen) geblieben. Im Ausland rangierten Zürich (0,56 Millionen), Palma de Mallorca (0,54 Millionen) und London (0,5 Millionen) vorn.