LPC in der Presse
Germanwings zieht sich aus Hamburg zurück
© NDR
Die Lufthansa-Tochter Germanwings verlässt den Standort Hamburg
Die Billig-Fluglinie Germanwings zieht sich aus Hamburg zurück. Das sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Freitag im Gespräch mit NDR 90,3. Die Entscheidung der Lufthansa-Tochter begründete sie damit, dass das Unternehmen auf dem Hamburger Markt keine Wachstumschancen und damit keine profitable Zukunft mehr sehe. Stattdessen wolle sich Germanwings mit seinen Aktivitäten in Norddeutschland nun auf den Flughafen in Hannover konzentrieren, der erst Anfang des Jahres Germanwings-Standort wurde.
Die Entscheidung für einen Rückzug mit dem Wechsel zum Winterflugplan Ende Oktober kommt überraschend, denn die Lufthansa-Tochter hatte erst kürzlich für den Sommerfahrplan neue Ziele, die von Hamburg aus angesteuert werden, ins Programm genommen. Seit November 2005 fliegt Germanwings von und nach Hamburg. Für den aktuellen Sommerflugplan bietet die Billig-Fluglinie Direktflüge von der Hansestadt nach Dubrovnik, Korfu, Palma de Mallorca, Split, Stuttgart und Toulouse an.
Flughafen Hamburg: Nur zwei Flugziele fallen weg
Der Flughafen Hamburg bedauert den Rückzug. Allerdings würden nur zwei Direktverbindungen wegfallen, sagte eine Sprecherin, und zwar die nach Split und nach Dubrovnik. Alle anderen Ziele, die Germanwings bislang ansteuert, könnten auch in Zukunft mit anderen Fluggesellschaften erreicht werden.
Billig-Flieger machen Lufthansa Druck
Auch die Germanwings-Mutter Lufthansa sieht sich in Hamburg zunehmend unter Konkurrenzdruck. Die immer stärkere Rolle von Air Berlin in der Hansestadt bereite der Lufthansa Probleme, sagte Oliver Wagner, der Verantwortliche für den Lufthansa-Regionalverkehr, am Donnerstagabend vor dem Luftfahrt-Presseclub in Hamburg. “Wir stehen in einem Wettbewerbsumfeld, wo der Preis der entscheidende Faktor geworden ist. Das gilt ganz besonders für den Punkt-zu-Punkt-Verkehr in Europa”, sagte Wagner.
In Hamburg spiele die Lufthansa-Gruppe mit einem Marktanteil von 40 Prozent weiterhin eine hervorragende Rolle und wolle das auch weiterhin tun. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssten allerdings die Kosten drastisch gesenkt werden, sagte Wagner. “Das heißt wir fliegen größere Flugzeuge, wir fliegen die Flugzeuge häufiger, wir senken die Personalkosten und wir reduzieren die Zahl der administrativen Mitarbeiter.”
Germanwings: Rückzug aus Hamburg Konzentration auf Hannover
Der Billigflieger Germanwings hat seinen Rückzug aus Hamburg bekannt gegeben. Die Lufthansa-Tochter unterhält dort sechs Verbindungen, sieht durch Konkurrenten wie Air Berlin aber kein Zukunftspotential. Ab Oktober will sich die Airline in Norddeutschland ganz auf Hannover konzentrieren.
Germanwings will sich mit Ende des Sommerflugplans 2010 aus Hamburg zurückziehen. Das sagte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber dem Radiosender NDR. Begründet wurde der Schritt damit, dass der Billigflieger keine Wachstumschancen ab Hamburg sieht. Stattdessen will sich Germanwings in Norddeutschland auf das erst im Frühjahr eröffnete Drehkreuz Hannover konzentrieren.
Für den Flughafen Hamburg kommt die Entscheidung überraschend, denn Germanwings hatte erst unlängst zwei neue Strecken ab Hamburg lanciert. Derzeit steuert die Lufthansa-Tochter ab Hamburg die Ziele Dubrovnik, Korfu, Palma de Mallorca, Split, Stuttgart und Toulouse an. Nach dem Abzug der Germanwings entfallen für den Flughafen lediglich die Direktflüge nach Split und Dubrovnik, denn alle anderen Strecken werden auch von Mitbewerbern angeboten.
Insbesondere Air Berlin nimmt eine immer stärkere Rolle in der Hansestadt ein. Lufthansa hatte den Konkurrenten lange Zeit unterschätzt. “Wir stehen in einem Wettbewerbsumfeld, wo der Preis der entscheidende Faktor geworden ist. Das gilt ganz besonders für den Punkt-zu-Punkt-Verkehr in Europa”, sagte Oliver Wagner, der Verantwortliche für den Lufthansa-Regionalverkehr, am Donnerstagabend vor dem Luftfahrt-Presseclub in Hamburg.
© airliners.de
Billigflieger machen Lufthansa Konkurrenz in Hamburg
Airline ändert Flottenpolitik – Kleine Propellermaschinen sollen verschwinden – Mehr Flüge in Europa
Von Heiner Siegmund
© Die Welt
Der Lufthansa-Konzern will seine Marktführerschaft in Hamburg festigen und sukzessive ausbauen. “Die Hansestadt ist einer unserer wichtigsten Standorte in Deutschland”, sagte Bereichsleiter Oliver Wagner vor Mitgliedern des norddeutschen Luftfahrt-Presse-Clubs in Hamburg. Der Manager für die sogenannten Direct Services ist verantwortlich für die Lufthansaflüge an 14 deutschen Flughäfen, mit Ausnahme der Drehkreuze Frankfurt und München.
Von Hamburg aus fliegt seine Gesellschaft derzeit 24 innerdeutsche und europäische Ziele im Punkt-Punkt-Verkehr an. Dreizehn weitere kommen durch Konzerntöchter wie Brussels Airlines, die Swiss oder Austrian Airlines hinzu. Insgesamt kommt die Lufthansa-Gruppe am Standort Fuhlsbüttel beim Verkehrsangebot auf einen Marktanteil von 40 Prozent. “Wenn der Flughafen immer nur von 30 Prozent spricht, dann zählt er ausschließlich unsere Flüge und berücksichtigt in seiner Statistik nicht die Starts und Landungen unserer Töchter”, sagte Wagner.
Der Manager bekannte sich klar zum Standort Hamburg. Weiteres Wachstum werde durch größere Flugzeuge erzeugt, durch die Verstärkung bestehender Routen sowie durch neue Streckenangebote im Europaverkehr. Details des Konzepts wollte er noch nicht nennen. Indes stellte Wagner klar, dass Lufthansa derzeit keine Pläne für Langstreckenverbindungen etwa von Hamburg nach Chicago in der Schublade hat.
Die Direktverkehre der Fluglinie werden derzeit an Haupt und Gliedern reformiert, um sie für die Konkurrenz mit den Billigfliegern fit zu machen. Die immer stärkere Rolle von Air Berlin in Hamburg bereite der Lufthansa Probleme, sagte Wagner. Ziel ist ein Einsparungspotenzial bei den Stückkosten von 40 Prozent, das bis 2012 erreicht werden soll. Im Vordergrund steht dabei die Flottenpolitik. So sollen künftig nur noch Flugzeuge wie der Airbus A319 oder die Boeing 737 im Punkt-Punkt-Verkehr eingesetzt werden. Das sind Düsenflieger, die mehr als 100 Plätze bieten. Verschwinden sollen zugleich alle Propellermaschinen, deren Betrieb nach Aussage Wagners unwirtschaftlich ist. Weiterhin ist geplant, die 65 im dezentralen Verkehr eingesetzten Lufthansa-Flieger einer Schönheitskur zu unterziehen. Etwa durch den Einbau neuer Sitze, die im Vergleich zur heutigen Bestuhlung weniger kompakt sind. Dadurch passen zwei zusätzliche Stuhlreihen in einen Airbus A320 hinein. “Das erhöht die Produktivität unserer Flüge und bietet den Reisenden zugleich mehr Komfort”, sagte der für Norddeutschland zuständige Vertriebschef Karsten Zang.
Nach dem Krisenjahr 2009 steigen laut Lufthansa die Passagierzahlen auch in Fuhlsbüttel wieder rasch an. Dort konnte die Fluglinie im Mai im Vergleich zum Vorjahrsmonat ein Plus von 16,4 Prozent bei den Reisenden verbuchen. Im Juni flogen gar 19,1 Prozent mehr Passagiere an Bord des Kranichs. Dieser Aufwärtstrend werde sich in den kommenden Monaten fortsetzen, kündigte Lufthansa-Manager Wagner mit Blick auf die aktuelle Buchungslage an. Besonders erfreulich nannte er die anziehende Nachfrage nach Sitzen in der Businessclass. Der dramatische Einbruch bei den Vollzahlern war im vergangenen Jahr das größte Problem der Lufthansa.
Erste Sorgen bereiten der Fluglinie derzeit die stark anziehenden Preise für Treibstoffe. Für die Lufthansa insgesamt zeichneten sich im aktuellen Bilanzjahr dadurch Mehrkosten von einer Milliarde Euro ab. Dieser Fehlbetrag ist nach Meinung Wagners durch höhere Erlöse nur teilweise ausgleichbar.
Lufthansa
City Line bald nur noch ab Hubs
© FVW Online 9. Juli 2010
Lufthansa arbeitet unter Hochdruck daran, ihre “Direct Services”, also den Europa-Verkehr abseits von Frankfurt und München, fit für den Wettbewerb zu machen. Die LH-Tochter City Line wird daher laut Bereichsleiter Oliver Wagner eine neue Rolle erhalten.
Der Punkt-zu-Punkt-Verkehr innerhalb Europas, also alle Flüge, die an Frankfurt und München vorbei gehen, soll nur noch von drei Airlines übernommen werden: Lufthansa Classic, Eurowings und Contact Air. Die City Line werde ausschließlich die beiden Drehkreuze bedienen.
Mit dieser und anderen Maßnahmen hofft Wagner, den Billigfliegern im dezentralen Verkehr innerhalb Europas Paroli bieten zu können. “Wir stehen hier vor ganz anderen Herausforderungen als an den Hubs”, sagte Wagner. In seinem Bereich sei der Ticketpreis kaufentscheidend. Die Kunden hätten fast immer eine Alternative zur Lufthansa und seien durchaus bereit, zwischen den Marken zu wechseln. “Der Markt erfordert, dass wir unser Geschäftsmodell anpassen”, so Wagner während einer Veranstaltung des Luftfahrt Presse Clubs Nord in Hamburg.
Ein großes Ziel von Wagner ist es, die enorme Zahl unterschiedlicher Flugzeugtypen, die für ihn im Einsatz sind, zu reduzieren. “Wir müssen unsere Stückkosten um 40 Prozent senken, so die Vorgabe aus der Konzernzentrale.” Ein Viertel der Sparvorgabe, die er bis 2012 zu bewältigen habe, sei bereits erledigt. Durch eine Harmonisierung der Flotte, die derzeit auf 65 Flugzeugen besteht, will er dem Ziel noch näher kommen. Das bedeutet: Im Punkt-zu-Punkt-Verkehr jenseits der Drehkreuze werden künftig keine Jets mehr zum Einsatz kommen, die kleiner sind als der CRJ-900 von Bombardier mit 86 Sitzen.
Zum Vergleich: Die Low Cost Carrier setzen gern Jets in der Größenordnung eines Airbus A-320 ein, der bis zu 180 Passagieren Platz bietet. Bis zum 1. Quartal 2011 will Wagner daher alle 50-Sitzer aus seiner Flotte haben, bis zum 1. Quartal 2012 sollen die 70-Sitzer folgen. Das soll die Komplexität in seinem Bereich verringern.
Zudem wird sich Lufthansa im kommenden Jahr, wie bereits Anfang dieses Jahres angekündigt, von der Basis in Nürnberg verabschieden. “Dort werden wir künftig keine Flugzeuge mehr stationieren”, erklärte Wagner. Die innerdeutschen Verbindungen nach Berlin-Tegel, Düsseldorf und Hamburg blieben aber im Flugplan bestehen.
Intensive Gespräche führt Wagner auch mit den Mitarbeitern an den Stationen in Hannover und Bremen. Hier prüfe die Lufthansa derzeit ein Outsourcing der Service-Dienstleistungen an ein externen Anbieter. Im Rahmen des Sparprogramms “Climb 2012” muss auch Wagner die Personalkosten senken. Im Verwaltungsbereich hat er seine Mannschaft bereits von 170 auf 157 Mitarbeiter reduziert. Und der Abbau sei noch nicht beendet.
Zum Standort Hamburg sprach Wagner am Donnerstagabend ein klares Bekenntnis aus. Er sei wichtig für die Lufthansa und werde es auch bleiben. Der Konzern wollen seinen Marktanteil von 40 Prozent auf jeden Fall halten. Die Zeiten von Germanwings indes neigen sich in Hamburg dem Ende entgegen: “Die Lufthansa-Tochter wird sich auf ihre neue Basis Hannover konzentrieren und dort ihre Jets stationieren”, so Wagner. Heißt: Das für Germanwings wichtige Drehkreuz in Stuttgart wird künftig nur noch von Lufthansa angeflogen. Germanwings werde sich mit Beginn des Winterflugplans komplett aus Hamburg zurückziehen, sagte Wagner. Dass Lufthansa auch die Hamburg–Toulouse-Verbindung ihrer Billig-Tochter übernehme, sei allerdings eher unwahrscheinlich. Hier springt bereits der unabhängige Regio Carrier OLT ein.