LPC in der Presse
Hamburg International in der Krise erfolgreich
19.03.10
Von Karl Morgenstern, dpa
Hamburg (dpa/lno) – Die Fluggesellschaft Hamburg International hat trotz der allgemeinen Luftfahrtkrise im vergangenen Jahr einen Gewinn gemacht. Bei einem Umsatz von rund 130 Millionen Euro beförderte Hamburg International 875 000 Passagiere. «Wir hatten 2009 wirklich ein sehr gutes Jahr», sagte Geschäftsführer Christoph von Saldern am Donnerstagabend vor dem Luftfahrt-Presse-Club (LPC) in Hamburg. Für 2010 erwarte er eine knappe Million Passagiere, davon gut zwei Drittel Touristen. Hamburg International bedient viele touristische Ziele in der Türkei, fliegt aber auch nach Mallorca und Gran Canaria.
Die Fluglinie unterhält in Deutschland neun Stationen; neu im Streckennetz sind ab Mai Münster/Osnabrück, Düsseldorf und Stuttgart. Bis zum Jahr 2011 soll die Umrüstung der Flotte endgültig abgeschlossen sein. Das 1998 gegründete Unternehmen verfügt zur Zeit über acht geleaste Airbus A319 und eine Boeing 737, die ebenfalls durch einen A319 ersetzt werden soll. «Der Kostenunterschied zwischen Airbus A319 und Boeing 737 ist im Grunde nicht gravierend, aber letztlich fühlten wir uns als Hamburger Unternehmen auch Airbus verpflichtet», sagte von Saldern. «Auf diese Weise sichern wir auch Arbeitsplätze in Norddeutschland.»
Zum 85-köpfigen Piloten-Korps des Unternehmens gehören auch mehrere ehemalige Lufthansa-Piloten im Alter von 60 bis 65 Jahren. Während viele europäische und amerikanische Airlines inzwischen die Altersbeschränkung auf 65 Jahre angehoben haben, hält die Deutsche Lufthansa nach wie vor an der Altersgrenze 60 fest. Zwar dürfte sich das in absehbarer Zeit auch ändern, «doch vorläufig profitieren wir natürlich davon und haben auf diese Weise mehrere erfahrene Kapitäne gewonnen», erklärte von Saldern.
Hamburg International steigert Passagierzahl in 2009 auf 875.000 Gäste
FlugRevue, 19.03.10
Hamburg International (HHI) blickt nach Einschätzung von Geschäftsführer Christoph von Saldern auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurück. Rund 875.000 Passagiere reisten mit der Gesellschaft.
Auch finanziell sei 2009 erfreulich gewesen, erklärte von Saldern, einer der drei Chefs des Unternehmens, am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Luftfahrt-Presse-Clubs in Hamburg. Wichtigste Geschäftssparte des mittelständischen Unternehmens bleibt weiterhin der touristische Verkehr. Rund 70 Prozent entfielen 2009 darauf, ehnischer Verkehr machte 16 Prozent aus, Ad-hoc-Charter 14 Prozent. Das Gros der Strecken waren Routen in die Türkei und nach Spanien. Dazu kommen weitere europäische Regionen wie Frankreich, Griechenland, Zypern, Madeira und Norwegen. In Kooperation mit britischen Veranstaltern bediente Hamburg International aber zum Beispiel auch die Strechen Bristol – Banjul oder East Midlands – Banjul.
Bei der Flottenstruktur hat Hamburg International inzwischen die 2008 begonnene Umstellung auf Airbus A319 fast abgeschlossen. Ende 2010 soll die letzte Boeing 737NG aus der Flotte abgegeben werden. Insgesamt betreibt die Airline jetzt acht Airbus A319 mit 150 Sitzen. Eine weitere A319 soll 2011 zur Flotte stoßen. Die identische Konfiguration ist nach Angaben von Christoph von Saldern ein wesentlicher Vorteil für die Einsatzplanung.
In der neuen Wartungshalle von “HI-Technik” wurde im Januar 2010 der erste A-Check durchgeführt. Zehn Mitarbeiter der Technik sind inzwischen in Friedrichshafen stationiert. Der Standort sei auf Grund der Flottenumläufe ideal, es entfielen diverse Ferryflüge, erklärte von Saldern.
Hamburg International wartet ihre Maschinen bald selbst
Die Welt, 20.03.10
Von Heiner Siegmund
Fluggesellschaft zeigt Lufthansa Technik die kalte Schulter und baut Kapazitäten in Friedrichshafen auf – Starkes Plus geplant
Die Fluggesellschaft Hamburg International GmbH (HHI) will 2010 erstmals in ihrer zwölfjährigen Geschichte rund eine Million Passagiere befördern. Es wäre eine erhebliche Steigerung der Fluggastzahlen nach 875 000 Reisenden 2009. Diese sorgten im abgelaufenen Geschäftsjahr für einen Umsatz von 130 Millionen Euro, welcher der Fluglinie “einen erfreulichen Reingewinn” bescherte, bestätigte HHI-Geschäftsführer Christoph von Saldern jetzt in Hamburg.
Die angepeilte Steigerung begründete der Manager mit einer höheren Anzahl von Flügen und zusätzlichen Vertriebsaktivitäten. Speziell soll der Einzelplatzverkauf über das Internet forciert werden, um freie Restkapazitäten gezielt zu vermarkten und somit den Sitzladefaktor zu erhöhen. Dieser schwankte 2009 zwischen 75 und 80 Prozent. Wichtigste Vertriebspartner von Hamburg International bleiben die großen Reiseveranstalter wie Öger Tours, Thomas Cook oder Alltours. Rund 70 Prozent der Gäste sind Touristen, 14 Prozent entfallen auf Charterflüge, wie etwa der Trip des Hamburger Sportvereins zum Europapokalspiel im belgischen Anderlecht.
Zudem kündigte von Saldern einen Wechsel in der Wartungspolitik seines Hauses an. Statt durch die “qualitativ gute, aber leider auch sehr teure” Lufthansa Technik will HHI die Flugzeuge künftig in Eigenregie betreuen. Dies soll nicht am Hamburger Airport, sondern am Flughafen Friedrichshafen erfolgen, “der geografisch im Zentrum unseres Europa-Netzwerks liegt”. Wegen der vielen Geschäftsreisenden, die auf dem Bodenseeflughafen eigene Maschinen stationiert haben, hofft HHI auch auf externe Aufträge durch örtliche Kunden.
Geplanter Starttermin für das Vorhaben ist der kommende Sommer, sobald ein von der Flughafengesellschaft gebauter und von HHI gemieteter Hangar bezugsfertig ist. Vom Umzug zum Bodensee betroffen ist nach Angabe von Salderns “eine knappe Handvoll” bislang in Hamburg stationierter Flugzeugtechniker.