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TUIfly will Streckenangebot stabilisieren

Von Kirsten Bienk
DOW JONES NEWSWIRES

HAMBURG (Dow Jones)—Die zur TUI AG, Hannover, gehörende Fluggesellschaft TUIfly will in den kommenden Jahren sowohl ihren Umsatz als auch ihren Gewinn steigern. “Um dieses Ziel zu erreichen, soll zunächst einmal das derzeitige Streckenangebot stabilisiert werden”, sagte Geschäftsführungsvorsitzender Dieter Nirschl am Mittwochabend dem Luftfahrtpresseclub in Hamburg. Außerdem müssten Kosten gesenkt sowie Prozesse und Produktivität verbessert werden.

Dies ist mit Blick auf den herrschenden Wettbewerb am Himmel nicht einfach. Gleichwohl sieht sich die Airline derzeit gut aufgestellt. “Die eingegangene Kooperation mit Air Berlin war der richtige Schritt”, sagte Nirschl. Die Ende Oktober gestartete operative Zusammenarbeit laufe sehr gut.

TUIfly, die zunächst als Dienstleister für Reiseveranstalter und als Low-Cost-Airline agierte, hatte ihr Cityfluggeschäft an Deutschland zweitgrößte Airline abgegeben und stellt nun Air Berlin auf der Grundlage eines langfristigen Vertrags einen Teil ihrer Mitarbeiter und Maschinen zur Verfügung. “Außen steht Air Berlin drauf, innen ist TUIfly”, sagte Nirschl.

TUIfly war mit ihrem bisherigen Geschäftsmodell im Jahr 2008 aufgrund des Nachfragerückgangs, steigender Ölpreise und des steigenden Druck von Billigfliegern immer stärker unter Druck geraten und konnte ihr Angebot in den beiden unterschiedlichen Märkten nicht mehr profitabel darstellen.

Um wieder höhere Gewinne zu erwirtschaften, hat die Geschäftsführung laut Nirschl verschiedene Optionen, wie eine Kooperation mit Germanwings oder die Reduzierung des Cityfluggeschäfts, erwogen. Um so viel Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, sei die Kooperation mit Air Berlin die beste Alternative gewesen, sagte der Geschäftsführer. Durch die Abgabe des Cityfluggeschäfts sei das unternehmerische Risiko für TUIfly reduziert worden. TUI betreibt 14 Flugzeuge für Air Berlin, wartet sie auch, ist aber nicht für die Vermarktung der Sitzplätze zuständig.

“Für mich ist TUIfly nun endlich im Konzern angekommen”, sagte der Geschäftsführungsvorsitzende. Die Airline sei nun vollintegrierter Teil der touristischen Wertschöpfungskette und stelle den anderen Teil ihrer Kapazität mit 23 Maschinen den Reiseveranstaltern des Konzerns zur Verfügung. Die Flotte sei dem touristischen Bedarf angepasst, sagte Nirschl.

Wenn die Kapazitäten in Spitzenzeiten nicht ausreichen, will er Flugplätze bei Drittcarriern zukaufen. Gibt es Überhänge, wie beispielsweise in diesem Winter, verleiht er Flugzeuge und Personal nach Kanada.