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Charter-Geschäft mit Privat- und Business-Jets blüht

Das Charter-Geschäft mit Privat- und Business-Jets hat in den vergangenen Jahren europaweit erheblich zugenommen und spielt seit dem Ende der Wirtschaftskrise auch in Deutschland eine immer stärkere Rolle. Viele Großunternehmen haben ihre eigenen Flugzeugparks aufgelöst und bedienen sich Charterfirmen, sagte Birte Püschel-Kipke, Europa-Chefin und Deutschland-Geschäftsführerin des Unternehmens Air Partner, am Mittwochabend vor dem Luftfahrt-Presse-Club (LPC) in Hamburg. Das 1961 gegründete Unternehmen, das seit 1997 auch in Deutschland tätig ist, gehört weltweit zu den Branchenführern und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 273 Millionen Euro.

Air Partner arrangiert pro Jahr allein rund 800 Flüge in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Business- und Privatjets. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Zugriff auf Flugzeuge von 250 europäischen Fluggesellschaften, wobei Air Berlin zu den wichtigsten Partner gehört. Die Firma garantiert den Kunden jederzeit die Verfügbarkeit der gewünschten Flugzeuge vom kleinsten Privatjet bis zu Modellen wie Boeing 737 oder Airbus A320 und auch Großraumflugzeugen wie Airbus A330 und Boeing 747. “Nur einen Airbus A380 haben wir noch nicht verchartert”, sagte Püschel-Kipke, “aber das wird auch noch kommen”. Das Vertragsminimum für das Chartern eines Flugzeuges liegt bei 10 Stunden. Das gilt auch für Regierungen, die einen erheblichen Geschäftsanteil ausmachen.

Hauptkunden sind zudem Großunternehmen, die ihr Management weltweit pünktlich und direkt an die gewünschten Ziele bringen lassen wollen, ohne auf umständliche auf zeitraubende Linienflüge angewiesen zu sein. Außerdem nutzen vermögende Privat- und Geschäftsreisende den Service und buchen meist Mittel- und Langstreckenjets mit einem Fassungsvermögen von bis zu 20 Plätzen. “Darüber hinaus werden die Flugzeuge genutzt für Incentive- und Pilgerreisen, größere Sportveranstaltungen sowie vor allem Rückholaktionen aus Krisen- und Katastrophengebieten” ein, sagte Püschel-Kipke. “Gerade in jüngster Zeit waren wir sehr aktiv in Ägypten, Tunesien und Libyen.” In den vergangenen Jahren habe Air Partner nicht weniger als 25.000 Menschen aus Krisengebieten in aller Welt in Sicherheit gebracht./mo hn/DP/alg

© 24.02.11 dpa-AFX Karl Morgenstern

Flugzeug-Charter zieht an

Das Incentive- und Event-Geschäft verzeichnet nach der Krise wieder deutliches Wachstum. Das berichtet Birte Püschel-Kipke, Chefin des Jet-Vermittlers.

Das Business-Charter-Geschäft in der Luftfahrt zieht nach dem Ende der Finanzkrise wieder deutlich an. „Wir merken den wirtschaftlichen Aufschwung sehr klar“, sagt Birte Püschel-Kipke, Chefin von Air Partner in Deutschland, im Hamburger Luftfahrt-Presseclub. Der beste Indikator dafür sei das stark wachsende Incentive- und Gruppengeschäft. „Incentives werden in schlechten Zeiten schnell gestrichen und in guten Zeiten auch rasch wieder gebucht“, sagt sie.

Im Finanzjahr 2009/2010 hatte das im rheinischen Bergisch Gladbach sitzende Unternehmen einen Umsatz von 273 Mill. Euro erzielt, der Gewinn vor Steuern betrug 4,1 Mill. Euro. „Auch an uns ist die Krise nicht vorbeigegangen“, so Birte Püschel-Kipke: „Trotzdem erzielten wir 2009/2010 ein positives Ergebnis und sind schuldenfrei.“

Das Hauptgeschäft des vor genau 50 Jahren in London gegründeten Unternehmens ist der Gruppen- und Incentive-Sektor. Zu den Kunden zählen neben Unternehmen wie VW oder L‘Oreal auch Regierungen, Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Hilfsorganisationen.

Auch Rückhol-Aktionen wie zuletzt aus dem Iran, aus Tunesien, Ägypten und Libyen gehören zum Geschäft. Außerdem ist Air Partner im Privat-Jet- und im Frachtbereich tätig. Das Unternehmen, seit 1997 in Deutschland, vermittelt über seine Datenbank Flugzeuge von insgesamt 250 europäischen Airlines.

© 24.02.11 Oliver Graue FVW Online