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Air Berlin strebt 2010 positives operatives Ergebnis an

15.01.2010

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin blickt optimistisch auf das laufende Jahr. «Wir wollen 2010 ein deutlich positives Ebit erreichen», sagte Vorstandsmitglied Christoph Debus am Donnerstagabend dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg. Es soll höher als 2008 und 2009 ausfallen. Dabei hoffe Air Berlin, in diesem Jahr auch «unter dem Strich» Geld zu verdienen.

Die Aussichten für das Erreichen dieser Ziele sind Debus` zufolge trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise gut. Zum einen sieht Air Berlin im laufenden Jahr ein organisches Wachstum von vier bis fünf Prozent. Zudem solle es Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich geben.

Für das abgelaufene Jahr bekräftigte Debus das Ziel eines positiven operativen Konzernergebnisses (Ebit). 2008 hatte die Airline ein Ebit von 14,2 Millionen Euro ausgewiesen.

Mit Blick auf die bei Boeing bestellten 25 Dreamliner sagte Debus weiter, dass die Gespräche andauerten. Hintergrund ist die angekündigte Verspätung des Flugzeugherstellers für die Auslieferung der Maschinen. Debus zeigte sich sicher, eine «gute Lösung» zu finden.

Für Geschäftsreisende will Air Berlin ihr Angebot weiter verbessern und das Streckennetz national und international enger an deren Bedürfnissen ausrichten. Geplant sei beispielsweise die Erhöhung der Flugfrequenzen zwischen einzelnen Ländern außerhalb Deutschlands, wie zwischen Spanien und Italien. Weitere Ziele seien die fortschreitende Integration der übernommenen Strecken von TUIfly, der Schuldenabbau, die Stärkung des Vertriebs und der Ausbau von Partnerschaften.

na/ddp

Air Berlin erhöht Druck auf Wettbewerber

Hamburg (Reuters) – Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin setzt seine Konkurrenten durch den Ausbau seines Streckennetzes verstärkt unter Druck.

Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern traut sich die Airline zudem 2010 einen Gewinnanstieg zu. Eine konkrete Prognose sei wegen der wirtschaftlichen Turbulenzen zwar schwierig, sagte Chief Commercial Officer (CCO) Christoph Debus am Donnerstagabend in Hamburg. “Aber wir planen ein deutlich positives Ebit”. Auch unter dem Strich wolle der Lufthansa-Konkurrent einen Gewinn einfliegen. “Wir hoffen natürlich, dass wir die Ergebnisse von 2008 und von 2009 (im Jahr) 2010 steigern können.”

Damit das gelingen kann, will die Fluggesellschaft ihr Streckennetz ausbauen, die Kosten weiter senken und mit Partnern zusammenarbeiten. “Wir sind offen für alle Arten von Kooperationen und Partnerschaften”, betonte der Manager, der unter anderem für das Streckennetz und IT verantwortlich ist. Auch eine Zusammenarbeit beim Vertrieb sei denkbar. Der Vorstand befinde sich diesbezüglich bereits in “guten Gesprächen”, sagte Debus, ohne sich zu Details zu äußern.

Als Einsparpotenzial nannte Debus einen nicht näher bezifferten dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Auch der Verkauf weiterer Flugzeuge sei denkbar. Bereits 2009 hatte Air Berlin zur Senkung der Schulden einige Maschinen verkauft.

An der Börse kam die Geschäftsprognose gut an. Die im S-Dax SDax gelistete Aktie legten bis zum Mittag rund zwei Prozent zu.

AIR BERLIN WILL ENGAGEMENT IN SPANIEN AUSBAUEN

Der CCO kündigte an, die Aktivitäten auf dem beliebten Urlaubsmarkt Spanien zu verstärken und neue Märkte zu erschließen. Unter anderem sollen in diesem Jahr erstmals das Kosovo und der Nordirak angeflogen werden. “An Bagdad trauen wir uns im Moment noch nicht ran”, erklärte der Air-Berlin-Manager.

Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung setzt die Airline auf stabile Geschäfte mit Geschäftskunden. “Die Firmen reisen wieder,” zeigte sich Debus optimistisch. Im Krisenjahr hatte die Airline vom Trend bei den Unternehmen profitiert, die Reisekosten zu senken auf günstigere Anbieter umzusteigen.

Auch bei Privatreisenden hofft Air Berlin auf eine Stabilisierung, allerdings sei das Geschäft stark von der Entwicklung Arbeitslosigkeit abhängig und folglich schwer abzuschätzen. Die Nachfrage stabilisiere sich, “vielleicht wird sie sogar leicht steigen”, erklärte Debus. Die deutschen Fluggesellschaften gehen nach früheren Angaben des Branchenverbands BDF nach einem Passagierrückgang im vergangenen Jahr für 2010 wieder von einem leichten Wachstum aus.

Debus ließ erkennen, dass Air Berlin mit weiteren Verzögerungen bei der Auslieferung des Langstreckenflugzeugs 787 Dreamliner von Boeing rechnet und mit dem Airbus-Rivalen über einen finanziellen Ausgleich verhandelt. “Ich halte es für sehr ambitioniert, dass das Flugzeug in diesem Jahr in den Liniendienst geht.” Auf die Frage, ob Air Berlin Boeing mit der Abbestellung von Flugzeugen gedroht habe, sagte Debus: “Wir drohen nicht.” Air Berlin hat 25 Dreamliner bestellt und verfügt über Optionen für 25 weitere Maschinen dieses Typs. Der Dreamliner hatte nach mehr als zweijähriger Verspätung Mitte Dezember seinen ersten Flug absolviert.

Debus krempelt Palma-Strecken um

Air Berlin stellt wesentliche Teile ihres Streckennetzes um. Es wird europäischer, so Vorstand Christoph Debus.

Georg Jegminat

“Wir wollen in diesem Jahr um vier bis fünf Prozent wachsen, und zwar auf den City-Strecken”, verkündet Christoph Debus vor dem Luftfahrtpresseclub in Hamburg. Air Berlin plant dafür einen Umbau des Streckennetzes mit Auswirkungen für das Drehkreuz Palma.

Einen Teil des Wachstums hat Air Berlin schon sicher durch die Übernahme der City-Strecken von TUIfly. Dadurch hat die Airline insbesondere ihre Präsenz im italienischen Markt erweitert. “Wir planen sogar italienische und spanische Metropolen miteinander zu verbinden”, berichtet Debus.

Das spanische Festland rückt in den Fokus von Air Berlin. Bisher bot die Airline Geschäftsreisenden lediglich Verbindungen über Palma auf das Festland an. “Das waren natürlich keine optimalen Flugzeiten für diese Kundengruppe.” Zukünftig dreht Air Berlin den Flugablauf für einige zusätzliche Flüge um.

Morgens werden die Jets aus deutschen Metropolen zu spanischen Städten auf dem Festland fliegen. Erst dann geht es weiter zum Hub Palma. Abends fliegen die Jets in umgekehrter Richtung von Palma auf das spanische Festland und zurück nach Deutschland. “So bekommen wir optimale Tagesrandverbindungen hin.” Für die Mallorca-Urlauber dürften die Reisen mit Zwischenlandung nun etwas länger dauern. Das übliche Palma-Programm wird aber weiter geflogen.

Außerdem bekräftigt Debus, dass er den neuen Hauptstadtflughafen BBI zu einem Europa-Drehkreuz ausbauen wird. “Wir werden Nord- mit Südeuropa und Ost- mit Westeuropa verbinden.” Dafür würden beispielsweise auch Jets in Moskau stationiert. Einige Vorbereitungen mit neuen Strecken und mit Streckenrechten sowohl in Nord- wie in Osteuropa hat die Airline bereits getroffen. Aber mit dem Start von BBI im Herbst 2011 bekommt das Drehkreuz einen neuen Push.

Für etwas Unruhe bei Reisenden sorgte in den vergangenen Wochen, dass Air Berlin noch immer keine Hamburg–Frankfurt-Flüge für die Sommersaison freigeschaltet hat. Aber Debus beruhigt: “Die kommen in Kürze.” Air Berlin bemüht sich intensiv um Frankfurt-Slots für den Sommerflugplan. Noch läuft die Frist, in der Fluggesellschaften gebuchte Slots zurückgeben können.

Außerdem dürfte Debus erneut versuchen, Slots mit anderen Airlines zu tauschen, um gute Flugzeiten zu bekommen. So kurzfristig wie beim Einstieg im Oktober 2009 sollen die Buchungen aber nicht gestartet werden. Zwischen Verkaufstart und Erstflug hatten lediglich neun Tage gelegen. Da war Debus mit einer Auslastung von gut 45 Prozent in der ersten Woche noch zufrieden. “Ich bin dankbar, dass die Lufthansa so heftig mit Begriffen wie Frontalangriff reagiert hat. Das hat uns damals beim Marketing sehr geholfen.”

Insgesamt kam Air Berlin 2009 in Hamburg auf 3,1 Mill. Fluggäste, ein Marktanteil von 24 Prozent. Im gerade begonnenen Jahr will er mit einem Marktanteil von 31 Prozent mit Lufthansa gleichziehen.

Air Berlin: Flughafen BBI wird Drehkreuz - Neue Strecke Hamburg - Frankfurt lief gut an

Für Air Berlin ist der neue Hauptstadtflughafen in Berlin als ein künftiges Drehkreuz gesetzt. “Das ist eine deutliche Aufwertung von Berlin”, sagte Air-Berlin-Vorstandsmitglied Christoph Debus bei einer Veranstaltung des Luftfahrt-Presse-Clubs in Hamburg.

Im neuen Jahr sieht sich die Airline auf gutem Weg. Das Geschäftsmodell mit den drei Säulen Reiseveranstalter, Privatreisende und Geschäftsreisende bewähre sich in der Krise. Als Erfolgszeichen wertet Debus die gestiegene Zahl der Firmenverträge. Diese sei von 800 im Jahr 2008 auf 1200 in 2009 angewachsen.

Die neue Verbindung zwischen Hamburg und Frankfurt sei sei gut angelaufen, sagte Debus. Air Berlin habe nach Erhalt der Slots im Oktober innerhalb weniger Tage die Strecke ins Programm genommen. Als einen “Frontalangriff” auf die Lufthansa sieht Debus dies nicht. Dass die neue Strecke jetzt in den Flugplan von Air Berlin kam, liegt nach Einschätzung von Debus vor allem an den freien Slots in Frankfurt durch die Krise. Spätestens mit der vierten Bahn in Frankfürt wäre die Verbindung ohnehin gekommen.

Ein Schwerpunkt soll in diesem Jahr die Optimierung des innereuropäischen Streckennetzes sein. Hierbei geht es nach Angaben von Debus zum Beispiel darum, morgens direkt von Deutschland auf das spanische Festland zu fliegen und dann den Umlauf zum Drehkreuz Palma de Mallorca (PMI) zu führen. So könnten zu den Tagesrandzeiten attraktive Verbindungen für Geschäftsreisende zusätzlich angeboten werden. Palma de Mallorca bleibe einer der wichtigsten Knotenpunkte im Air Berlin Streckennetz.

Bei der Flotte setzt das Unternehmen auf den Kurz- und Mittelstrecken auf einen Mix aus Airbus A320 und Boeing 737NG. Dazu kommen die Q400 Turboprops von Bombardier.

Zu Details der Gespräche mit Boeing zur Verspätung der 787 wollte sich Debus nicht äußern. “Es freut uns, dass der Erstflug geklappt hat”, sagte er. Dennoch sei der Zeitplan sehr verspätet. Derzeit betreibt das Unternehmen 13 Airbus A330-200 und A330-300 auf seinen Langstreckenverbindungen. Interkontinentalverbindungen bleiben für Air Berlin nach Einschätzung von Debus eine kommerzielle Herausforderung. Die Anlaufkosten und Risiken seien weitaus höher als bei Kurz- und Mittelstrecken.

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