LPC in der Presse
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Hugo-Junkers-Preis 2011: Die Mars-WG und die Airbus-Revolution
Am Freitag wurde in Hamburg der Hugo-Junkers-Preis für herausragende journalistische Arbeiten im Bereich der Luft- und Raumfahrt vergeben. Der Hugo-Junkers-Preis für 2010 veröffentlichte Arbeiten geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Gewinnergruppen: Simon Book, Oliver Sallet und Christian Wermke gewannenmit dem Beitrag “Die Mars-WG”, erschienen in “Klartext”, dem Magazin der Deutschen Journalistenschule, und im Magazin GQ-COM. Jens Hartmann, Jan Hildebrand und Gesche Wüpper wurde ausgezeichnet für den Beitrag “Airbus versucht es mit einer Revolution”, erschienen in Die Welt / Welt am Sonntag.
In die Stephanus Event Kirche in Hamburg-Eimsbüttel machten sich feierlich gekleidet die Mitglieder des Luftfahrt Presse Club auf, um im Rahmen eines Festabends die Verleihung des Hugo-Junkers-Preises zu feiern. Auch Bürgermeister Olaf Scholz, der Präsident des Senats der Freien und Hansastadt Hamburg, kam in die Kirche, um bei der Verleihung der Preise zu unterstützen.
Hamburgs Oberbürgermeister Olaf ScholzHamburgs Oberbürgermeister Olaf Scholz„Hamburg ist das drittgrößte Zentrum für die kommerzielle Luftfahrt. Neben den drei großen haben wir in der Region über 300 kleine Unternehmen, die in der Luftfahrt tätig sind,“ berichtete Scholz und erfreute die Besucher des Festabends mit dem Bekenntnis: „Hamburg als weltoffene Stadt erkennt an, dass ein wachsender Luftverkehr eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft spielt.“
Die Airbus A350 Revolution und das Mars Experiment
Als Laudator begründete Peter Pletschacher, Präsident des LPC, die Vergabe der einen Hälfte des Hugo Junkers Preises an Jens Hartmann, Jan Hildebrand, und Gesche Wüpper. Ausgezeichnet für den Beitrag “Airbus versucht es mit einer Revolution”, erschienen in Die Welt / Welt am Sonntag, und Pletschacher fasste zusammen. „Weil der Artikel die gesamt Bandbreite der Probleme bei der Entwicklung und Fertigung des neuen Flugzeugs schildert, haben wir den Artikel für den Preis ausgewählt.
Andreas Schütz schilderte als Laudator für den zweiten Preis, wie er mithelfen konnte, den drei Journalistikstudenten nicht nur die Flugreise nach Moskau zu ermöglichen, sondern auch die Türen des eher verschlossenen Instituts für biomedizinische Probleme zu öffnen. Er lobte die umfassende Darstellung des Mars 500 Experiments: „Gruppendynamik, physische und psychische Belastungen- alle Aspekte des MARS 500 Experiments finden Erwähnung, nichts vergessen. Dinge wurden recherchiert, die ein Vertrauensverhältnis zu den Experimentatoren voraussetzen.“ Am Ende seiner Laudatio betont Schütz: „Den Nachwuchs zu fördern hat sich der LPC auf seine Fahnen geschrieben. Wenn so etwas dabei herauskommt, können wir uns auf die Schulter klopfen. Und ich hoffe für uns auf den Nachwuchs und auf die heutigen Preisträger, dass sie sich in den Jahren ihrer Tätigkeit weiterhin der Luft- und Raumfahrt widmen werden.“ Danach wurde der Preis an Simon Book, Oliver Sallet und Christian Wermke übergeben.
Vor einem Gruppenfoto mit allen Gewinnern, den Ehrengästen Bürgermeister Olaf Scholz und BDLI-Vertreter Christopher Bach sowie den Laudatoren nahmen die Preisträger die Möglichkeit war, sich ausführlich für die Ehre und die Preise zu bedanken.
Hugo-Junkers-Preis
Der Hugo-Junkers-Preis wird getragen von der Hugo-Junkers-Stiftung, dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI) und dem Luftfahrt-Presse-Club e. V. (LPC). Dem zentralen Ziel des LPC, der Förderung der Berichterstattung über Themen der Luft- und Raumfahrt, dient die jährliche Verleihung des „Hugo-Junkers-Preises der deutschen Luft- und Raumfahrtpresse”. Mit ihm werden herausragende Arbeiten über Themen der Luft- und Raumfahrt in den Printmedien sowie in Film, Funk und Fernsehen prämiert. Erstmals vergeben 1996, hat der Preis inzwischen seinen festen Platz in der Medienlandschaft.
Die Dotierung von 10.000 Euro wird je zur Hälfte von den beiden Sponsoren, der Hugo-Junkers-Stiftung und dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, zur Verfügung gestellt. Der LPC selbst trägt zusätzliche Aufwendungen für die Preisskulpturen und die Ausrichtung der Preisverleihung. Die Jury besteht aus dem Vorstand des LPC sowie Herrn Bernd Junkers, dem Enkel des Luftfahrtpioniers Professor Hugo Junkers. Die Preisverleihung findet anlässlich der Jahrestagung des LPC statt.
Die Ausschreibung des „Hugo-Junkers-Preises” wurde sehr flexibel und offen formuliert, damit unter möglichst vielen guten Arbeiten gewählt werden kann. So sind neben Eigenbewerbungen auch Vorschläge durch Dritte möglich, es können Arbeiten aus allen Medienbereichen (Tagespresse, Agenturen, Magazine, Fachzeitschriften, Bücher, Hörfunk und Fernsehen) vorgeschlagen werden. Bewerbungen stehen allen Journalisten offen, nicht nur LPC-Mitgliedern, und die ausgelobte Preissumme kann von der Jury auch auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Der LPC behält sich allerdings vor, den Preis nicht zu vergeben, wenn keine Arbeiten entsprechender Qualität vorliegen.
Denn vor dem Hintergrund einer unermesslichen Bilder- und Informationsflut will der “Hugo-Junkers-Preis” ganz bewusst ein Zeichen für guten Journalismus setzen. Sorgfältige Recherche und faire und dennoch publikumswirksame Darstellung müssen auch bei den komplexen Themen der Luft- und Raumfahrt gewährleistet sein.
© Peter Kellner, AeroBrief
Airbus steigert bis 2016 Produktion um 40 Prozent
Hamburg. Schon auf der Basis fest beschlossener Hochläufe wird Airbus in den kommenden fünf Jahren die Fertigung stark ausweiten: “Bis 2016 legen wir in unserer Produktionskapazität 40 Prozent obendrauf”, sagte der Airbus-Produktionsvorstand und Deutschland-Chef Günter Butschek vor dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg. Dies beruht auf Anhebungen der monatlichen Fertigungsraten in den Programmen der A320-Familie und beim A380 sowie den Serienanläufen des Militärtransporters A400M und des neuen Langstreckenfliegers A350.
Dabei sei die Befriedigung der starken Kundennachfrage “mehr als nur ein Luxusproblem”, sagte Butschek. Dies sei nicht nur eine Herausforderung für Airbus selbst, sondern auch für die Zulieferer. Denn die zumeist mittelständischen Betriebe müssten ihre Kapazitäten in Einzelfällen sogar um bis zu 50 Prozent ausbauen. Doch kann sich die Finanzierung für sie als schwierig erweisen, weil manche Banken sich angesichts steigender Eigenkapitalanforderungen bei der Kreditvergabe zurückhalten. Airbus werde mit den Zulieferfirmen über die Situation sprechen und in besonders kritischen Fällen Hilfe anbieten, hieß es.
Bei der neuen A350 hatte Airbus den Termindruck am Donnerstag etwas gemildert: Der weitgehend aus Kohlefaserwerkstoffen gebaute Flieger soll nun im ersten Halbjahr 2014 und nicht wie bisher geplant bis Ende 2013 den Liniendienst aufnehmen. Das Ziel sei es, Probleme wie bei der A380 zu vermeiden, sagte Butschek: “Uns geht es nicht darum, nur das erste Flugzeug zu bauen. Wir wollen, dass schon mit diesem ersten Flugzeug der Hochlauf der industriellen Produktion beginnt”, sagte Butschek. Das Boeing-Konkurrenzmodell 787 “Dreamliner” war kürzlich mit rund drei Jahren Verzögerung an den ersten Kunden gegangen.(v.m.)
© Hamburger Abendblatt
Der Kommentar: Wofür brauchen wir einen Luftfahrt Presse Club?
Am Wochenende findet die Jahrestagung des Luftfahrt Presse Club (LPC) in Hamburg statt. Aus der ganzen Republik kommen die Mitglieder, Journalisten und Öffentlichkeitsarbeiter zum Treffen, um aktuelle Themen zu diskutieren. Es gibt vielfältige Branchen- und Berufsverbände, so dass sich die Frage stellt, wofür brauchen wir den LPC? Für die Luftfahrt, für die Presse oder als Club?
Als Mitglied, das der Kommentator bekennend ist, oder Branchenvertreter kann man einfach den Namen ernst nehmen und den LPC nach den drei Namenskomponenten auflösen: die Luftfahrt, die Presse und den Club. Die Luftfahrt ist eine der spannendsten Branchen, denn mit modernster Technologie wird das Fliegen von heute und morgen gestaltet. Doch wie die aktuelle Diskussion zeigt, ist die Luftfahrt nicht geschützt vor politischen Vorurteilen: in den USA wird die Allgemeine Luftfahrt gleichgesetzt mit ungerechtfertigter Steuerermäßigung. In Europa wird die Luftfahrt als wesentlicher Luftverschmutzer eingestuft, obwohl der faktische Beitrag zu Emissionen im Bereich der drei Prozent liegt. In Deutschland ist die Luftfahrt ein Bereich neuer Steuerpfründe, die entgegen jeder Logik auf Dauer eingehoben werden. Ob eine High-Tech Branche bei dieser schwierigen öffentlichen Wahrnehmung ihre führende und richtungsweisende Rolle beibehalten kann, das sollte der LPC thematisieren.
Viele Mitarbeiter in der Luftfahrt und im Luftverkehr sind in die Branche gegangen, weil es kaum ein Thema mit so viel Faszination gibt. Deshalb gibt es kaum einen Imagefilm in der Aerospace, in dem nicht ein kleiner Junge mit glänzenden Augen einem Jet nachschaut, um sich dann an den Bau seines ersten eigenen Modellflugzeugs aus Holz zu machen. Ist das heute noch so? Oder hat sich die Faszination des Fliegens dank iPad und Facebook stark relativiert? Muss man Luftfahrt jenseits von Büchern und Fernsehfeatures anders darstellen?
Die Presse heute ist im Übergang, denn die traditionellen Wege von gedruckten Magazinen bis den Technikseiten der nationalen Presse nehmen an Bedeutung dramatisch ab. Heute wird zu spannenden Themen nicht mehr in der Zeitung geblättert, sondern die App ‚Was gibt es Neues?‘ angeklickt. Das kreiert Diskussionsbedarf über die Arbeitsbedingungen und Perspektiven der Presse – auch im Bereich Luftfahrt.
Und da bleibt der Club, der Zusammenschluss Gleichgesinnter, die sich regelmäßig treffen und austauschen. Das kann einmal im Jahr auf Bundesebene geschehen, das muss im täglichen Leben im örtlichen Umfeld stattfinden. Beispielhaft gibt es in Frankfurt einen Regionalkreis des LPC, der ein breites Themenspektrum in monatlichen Treffen beleuchtet. Aber gibt es nicht auch in München, Stuttgart und Berlin viele Luftfahrtjournalisten?
Wenn sich in Hamburg am Wochenende der LPC trifft, so gibt die Region viele Inhalte eines Jahrestreffens vor: der Flugzeugbauer Airbus, der aufstrebende Flughafen Hamburg, die Unterelbe mit niedersächsischen High Tech Clustern. Es gibt viele Themen der inhaltlichen Auseinandersetzung.
In Hamburg sollte auch diskutiert werden, welche Medien die anerkannte Faszination der Luftfahrt an ein breites Publikum transportieren und welche Kanäle das in der Zukunft sein werden. Wer schreibt Apps zur Luftfahrt, wer stellt online Inhalte bereit und in welchem Modell werden diese Inhalte bezahlt? Das ist eine Frage, die nicht nur die vielen LPC Mitglieder aus den Unternehmen als auch die Journalisten der heutigen und morgigen Medien interessieren dürfte.
Damit ist die Antwort einfach: ein Luftfahrt Presse Club ist heute eine große Notwendigkeit, die für die Industrie und die Medienwirtschaft die Arbeits- und Rahmenbedingungen diskutiert. Und das können nicht nur die aufwendigen Fernsehproduktionen, die schon fast anachronistischen Rundfunkfeatures und die ganzseitigen Zeitungsartikel im Feature der Samstagsausgabe sein. Die Medienarbeit von morgen sieht anders aus und muss in der Arbeit des LPC abgebildet werden. Dann findet der LPC auch viele und neue Mitglieder, die die Bedeutung des Verbandes wachsen lassen. Und die Antwort auf die Überschrift lautet dann ganz überzeugt: Ja, wir brauchen den Luftfahrt Presse Club!
© Peter Kellner, AeroBrief
Bundespolizei: Keine Wunderlösung für einfachere Kontrollen
Hamburg (dpa/lno) – Nach dem Ende des Versuchs mit sogenannten Körperscannern ist eine «technische Wunderlösung» für einfachere Passagierkontrollen an Flughäfen auf absehbare Zeit nicht in Sicht. Das erklärte der Leiter des Referats Luftsicherheit im Bundespolizeipräsidium, Steffen Richter, am Donnerstag am Hamburger Flughafen. Auf der Jahrestagung des Luftfahrt-Presse-Clubs sprach sich Richter zugleich für ein noch größeres Sicherheitsbewusstsein aus. Nach wie vor bestehe eine hohe und spezifische Gefährdung des Luftverkehrs.
«Wir müssen das Bewusstsein sensibilisieren ohne zu dramatisieren», sagte Richter. Als Herausforderung nannte er auch eine noch komfortablere Abfertigung der Passagiere auch in Verkehrsspitzenzeiten. Hierfür werde eine noch bessere Koordinierung zwischen Flughäfen, Fluggesellschaften und der Bundespolizei angestrebt. Dazu gehöre auch ein effizienter Personaleinsatz. «Luftsicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe von Behörden und den beteiligten Unternehmen.» Bei den Planungen und Forschungen für die Zukunft dürfe nicht nur nach der Kontrolltechnik gefragt werden. Zu prüfen sei auch, wie die künftigen Bedrohungen aussehen.
Ende August war am Hamburger Flughafen ein Test von sogenannten Körperscannern beendet worden. Die Auswertung hatte ergeben, dass die Scanner in knapp der Hälfte aller Fälle Fehlalarm gaben. Rund 800 000 Passagiere hatten die an Duschkabinen erinnernden Apparate freiwillig genutzt. Die Geräte sollten für mehr Sicherheit sorgen und den Passagieren gleichzeitig das lästige Abtasten ersparen. Die Scanner werden derzeit unter Laborbedingungen bei der Bundespolizei in Lübeck weiterentwickelt. Vor allem geht es dabei um die Software.
Die Bundespolizei bezeichnete Richter als «Rädchen im hochkomplizierten Uhrwerk» der Luftsicherheit. Sie ist dafür auf 14 deutschen Flughäfen im Einsatz und bedient sich bei den Kontrollen überwiegend privater Sicherheitsfirmen. Auf den 21 kleineren Flughäfen erfüllen die Länder im Auftrag des Bundes die Luftsicherheitsaufgaben.
© Wolfgang Duveneck, dpa