LPC in der Presse
Ehrenmitgliedschaft für Dr. Jürgen Weber
Lufthansa Aufsichtsrat in Hamburg geehrt

Dr. Jügen Weber mit LPC-Präsident Pletschacher
LPC-Präsident Peter Pletschacher hat Dr. Jürgen Weber in Hamburg die LPC-Ehrenmitgliedschaft verliehen. Die Presse hat über diesen Termin ausführlich berichtet.
Lufthansa-AR-Chef Weber möchte Mayrhuber zum Nachfolger
Hamburg (Reuters) – Der scheidende Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber soll Aufsichtsratschef Jürgen Weber nach dessen Wunsch in einigen Jahren beerben.
“Das ist keine Frage”, antwortete Weber auf eine entsprechende Frage am Montagabend bei einer Veranstaltung des Luftfahrt-Presse-Clubs in Hamburg. Wenn er selbst 2013 in Ruhestand gehe und die Aktionäre dies wollten, könne er sich nichts Besseres vorstellen, als dass Mayrhuber den Aufsichtsratsvorsitz übernehme.
Mayrhuber (63), der zum Jahresende aus Altersgründen als Vorstandschef ausscheidet, hatte einen späteren Einzug in den Aufsichtsrat selbst nicht ausgeschlossen. Ein direkter Wechsel in den Kontrollrat ist nicht möglich. Der Manager kann sich erst nach einer zweijährigen Schamfrist in den Aufsichtsrat wählen lassen.
Weber, der selbst Lufthansa-Chef war, machte zudem deutlich, dass Deutschlands größte Fluggesellschaft das Interesse an dem angeschlagenen schwedischen Rivalen SAS nicht völlig verloren hat. “Mit der Übernahme hat es bisher nicht geklappt, aber abwarten”, sagte Weber. Zuletzt hatte sich die Lufthansa Swiss, Austrian, Brussels Airlines und die britische BMI einverleibt.
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Lufthansa/Weber sieht Luftfahrtindustrie vor großen Veränderungen
HAMBURG (Dow Jones)—Die internationale Luftfahrtindustrie steht nach Einschätzung des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa vor großen Veränderungen. “Die konjunkturellen Zyklen der Luftfahrtbranche werden immer kürzer”, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Weber am Montagabend dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg. Zudem fielen die zyklischen Ausschläge nach oben und nach unten immer stärker aus. Entsprechende Entwicklungen gebe es in keiner anderen Branche. Dies stellt laut Weber auch Deutschlands größte Fluglinie und ihren designierten Vorstand vor umfangreiche Herausforderungen.
Weber zeigte sich mit Blick auf die zum 1. Januar in Kraft tretenden personellen Veränderungen allerdings sehr zuversichtlich. “Das neue Team ist jung, hat aber schon viel Erfahrung”, sagte er. Aus diesem Grund erwartet er, dass sie die anstehenden Probleme anpacken werden. Der Erfolg ihrer Arbeit hänge vor allem davon ab, ob die Vorstandsmitglieder als Team agieren könnten. “Es kommt im Endeffekt immer auf die Menschen an”, sagte er.
Der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber scheidet aus Altersgründen Ende des Jahres aus der Geschäftsführung aus. Neuer CEO wird der bisherige Passage-Vorstand Christoph Franz. Neuer Passage-Vorstand wird der gegenwärtige Lufthansa-Cargo-CEO Carsten Spohr. Mayrhuber soll nach dem Willen des Aufsichtsrats nach Ablauf der gesetzlichen Wartefrist in das Kontrollgremium einziehen. “Das ist gar keine Frage”, sagte Weber. Webers Vertrag läuft noch bis 2013.
Als wesentliche Herausforderungen für den neuen Vorstand sieht Weber den Wettbewerb mit den Low-Cost-Carriern und den Fluglinien aus den Golfstaaten sowie weitere Belastungen durch Regierungsauflagen, Steuern und Gebühren. Mit Blick auf die Billigflieger empfahl Weber vor allem eine Kostenkontrolle und man müsse sich gegen diese Wettbewerber mit aller Kraft zur Wehr setzen. Lufthansa sei hier bislang viel zu friedlich, fügte der Aufsichtsratsvorsitzende hinzu.
Als Lösung für die hohe Konkurrenz durch die Luftfahrtgesellschaften der Golfstaaten setzt Weber zuerst auf faire Rahmenbedingungen, wie ausbalancierte Verkehrsrechte zwischen den einzelnen Staaten. Außerdem müsste Deutschlands größte Airline hohe Qualität, guten Service, attraktive Preise und ein umfangreiches Flugnetzwerk bieten und so den finanziell stark ausgestatteten Carriern Paroli bieten. “Irgendwann geht auch einmal die Kasse des Scheichs in die Knie”, sagte Weber.
Die neue Unternehmensführung müsse sich mit weiteren Regierungsauflagen, Steuern und Gebühren befassen. Weber kritisierte, dass die deutsche Regierung die gesamte Airlineindustrie “schlecht bediene” und mit zu hohen Abgaben belaste. Außerdem warnte Weber vor Fehlentscheidungen zu Infrastrukturprojekten. “Wenn Stuttgart 21 in die falsche Richtung geht, dann geht bei uns im Land nichts mehr”, sagte er mit Blick auf die politische Debatte um das Bauvorhaben der Deutschen Bahn AG.
Für die Deutsche Lufthansa wünscht sich Weber in den kommenden Jahren eine noch breitere Aufstellung. Zwar schreite die Konsolidierung in Europa sehr gut voran, reiche aber noch nicht aus, so Weber. Um eine wirklich globale Lufthansa zu schaffen, müsste die Airline in weiteren Märkten aktiv werden und bei allen Beteiligungen die Mehrheit halten. Dieses Ziel hält er in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren für erreichbar. Voraussetzung dafür sei, dass die im Ausland geltenden Beteiligungsrestriktionen fallen gelassen werden. Als Beispiele nannte er die USA und China.
Um das Lufthansa-Netzwerk in Europa weiter auszudehnen, plädiert er für eine Mehrheitsübernahme der Scandinavian Airlines (SAS). “Wir wollen SAS gerne integrieren”, sagte Weber. Gegenwärtig sei der Kauf von Anteilen aber nicht denkbar. Lufthansa fehle das Geld und die Schulden von SAS seien zu hoch.
Positiv äußerte sich Weber auch zur weiteren Entwicklung der beiden Zukäufe Austrian Airlines (AUA) und British Midland (BMI). “Mir fällt kein Grund ein, warum wir BMI und AUA nicht auf das Niveau von Swiss bekommen können”, so Weber weiter. Gerade BMI befinde sich bei der Sanierung auf gutem Weg und liege leicht über Plan. “Warten wir einmal ab, was 2012 passiert”, sagte er mit Blick auf das geplante Erreichen der Gewinnzone.
© Kirsten Bienk / DOW JONES NEWSWIRES
Herausforderungen für das neue Team
2. November 2010
Die Billigflieger, die Golfcarrier und die zunehmenden Regierungseingriffe in den Luftverkehr sind die drei großen Herausforderungen für die LH-Spitze, so Aufsichtsratschef Jürgen Weber.
“Es ist gut, dass ein junges Team mit einer neuen Perspektive die Herausforderungen der Zukunft anpacken”, sagte Jürgen Weber am Montagabend in Hamburg. Gleichzeitig wetterte er jedoch über das Gesetz, das Managern den direkten Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat verbietet: “Wenn sich jemand über Jahre bewährt hat, dann ist es verkehrt, ihn von diesen Funktionen auszuschließen.”
Weber sieht den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber als potenziellen Nachfolger als Aufsichtsratschef. Weber amtiert noch bis 2013. Dann will er definitiv aufhören. “Wenn Mayrhuber dann noch will und gesund ist, könnte er in den Aufsichtsrat kommen.” Bis dahin “kühlt” Mayrhuber ab, sagte Weber mit Blick auf die zweijährige “Cooling Phase” genannte Karenzzeit.
Weber ist optimistisch, dass Christoph Franz und sein Team die Herausforderungen meistern werden. “Irgendwann geht auch den Scheichs das Geld aus”, meinte er zu den aggressiv wachsenden Carriern am Persischen Golf. Er könne sich nicht vorstellen, wie man mit einem sehr kleinen Heimatmarkt täglich 90 Airbus A-380 füllen könne. Weber wurde am Montag zum Ehrenmitglied der Luftfahrt-Presse-Clubs in Deutschland ernannt.
© Georg Jegminat / FVW Online
Ex-Lufthansa-Chef Weber: Luftfahrtindustrie wird noch globaler
2. November 2010
Hamburg (dpa/lno) – Die Luftfahrtindustrie, die seit dem Beginn des Düsenzeitzeitalters eine stürmische Entwicklung genommen hat, wird in den nächsten Jahren noch globaler werden. Das prophezeite Jürgen Weber, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Lufthansa und von 1991 bis 2003 Vorstandsvorsitzender der führenden deutschen Fluggesellschaft, am Montagabend vor dem Luftfahrt-Presse-Club (LPC) in Hamburg. Der LPC zeichnete den Wahl-Hamburger Weber mit seiner Ehrenmitgliedschaft aus.
Die Luftfahrt werde sich weltweit ähnlich entwickeln wie die Chemieindustrie, sagte Weber: «Ich kann mir heute vorstellen, dass es in der nächsten Dekade beispielsweise eine Lufthansa Nordamerika, eine Lufthansa China oder eine Lufthansa Brasilien geben wird. Ich kann mir ernsthaft vorstellen, dass die Lufthansa wie auch andere führende Airlines, eines Tages ein global aufgestellter Konzern mit Zweigfirmen in aller Welt sein wird.» Dazu brauche es allerdings viel Geduld und einen langen finanziellen Atem. Die in den 90er Jahren selbstständig gewordene Lufthansa Technik AG sei diesen Weg bereits weltweit erfolgreich gegangen.
© Karl Morgenstern / dpa
Lufthansa Technik wird Vorbild für Muttergesellschaft
3.11.10
Die in Hamburg beheimatete Lufthansa Technik dient als Blaupause für die weitere Internationalisierung des Lufthansa-Konzerns. Für diese Entwicklungsperspektive machte sich der frühere Vorstands- und heutige Aufsichtsratschef der Gesellschaft, Jürgen Weber, auf einer Sitzung des Luftfahrt-Presse-Clubs (LPC) stark. Die multinationale Strategie der Techniktochter nannte er für den Gesamtkonzern nachahmenswert, da es dieser gelungen sei, an einer Vielzahl von Standorten mit eigenen Wartungsbasen vertreten zu sein, etwa in Ungarn, den Philippinen oder Malta.
Die Form der Globalisierung müsse die Lufthansa-Passage noch schaffen. Inzwischen seien bei der Technik 12 000 Mitarbeiter an den verschiedenen deutschen Standorten und bereits 18 000 im Ausland tätig, sagte Technik-Vorstandschef August Wilhelm Henningsen.
Als Voraussetzung für Multinationalität nannte Weber, dass staatliche Barrieren in der Luftfahrt Schritt für Schritt beseitigt werden. Seine Kritik wandte sich vor allem an die USA, wo es ausländischen Fluglinien noch immer untersagt ist, die Mehrheit an einheimischen Airlines zu übernehmen.
Weber kündigte auf der LPC-Sitzung an, noch bis 2013 Vorsitzender des Lufthansa-Aufsichtsrats zu bleiben. Dann werde er sich für das Amt nicht mehr zur Verfügung stellen. Als denkbaren Nachfolger nannte er Wolfgang Mayrhuber, den Ende des Jahres ausscheidenden heutigen Vorstandschef des Lufthansa-Konzerns.
© Heiner Siegmund / DIE WELT
Lufthansa: Folgt Mayrhuber erneut auf Weber?
DIE WELT 3.11.10
Hamburg – Der scheidende Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber soll dem Luftfahrtkonzern erhalten bleiben – zumindest wenn es nach dem Willen des Chefkontrolleurs geht. Aufsichtsratschef Jürgen Weber betonte, er könne sich “nichts Besseres vorstellen”, als dass Mayrhuber 2013 seinen Posten übernehme. Mayrhuber sei sehr kompetent und seine fachliche Eignung “überhaupt keine Frage”, sagte Weber bei einer Veranstaltung des Luftfahrt-Presse-Clubs in Hamburg. Damit würde der 63-jährige Österreicher den gleichen Weg beschreiten wie Weber. Auch er war Lufthansa-Chef und dann auf den Posten des Chefkontrolleurs gewechselt.
Mayrhuber selbst hatte einen derartigen Schritt vergangene Woche nicht ausgeschlossen. Einen direkten Wechsel an die Spitze des Kontrollgremiums verbieten die Corporate-Governance-Regeln. Mayrhuber überlässt seinen Sessel zum Jahreswechsel seinem bisherigen Stellvertreter Christoph Franz.
Unter Mayrhubers Führung hatte Lufthansa zahlreiche kleinere Konkurrenten geschluckt, angefangen von der Swiss über Brussels Airlines und British Midland bis hin zu Austrian Airlines. Auch die skandinavische SAS stand zwischenzeitlich auf der Übernahmeliste der größten deutschen Fluggesellschaft – allerdings hatte Lufthansa dann von einer Übernahme abgesehen. Noch sind die Pläne für das Vorhaben aber offenbar nicht ad acta gelegt. “Mit der Übernahme hat es bisher nicht geklappt, aber abwarten”, sagte Weber. Im Moment sieht er allerdings keine Möglichkeiten, den angeschlagenen Star-Alliance-Partner zu schlucken. “Wir würden uns sofort zwei Milliarden Schulden an die Backe heften. Das geht nicht”, sagte er.
Zudem hofft Weber längerfristig auf eine Lockerung der Übernahmeregeln in den USA. Diese untersagen es derzeit ausländischen Airlines, mehr als 24,9 Prozent an einer US-Fluggesellschaft zu halten. “Das wird und kann auf Dauer nicht halten”, sagte Weber. Lufthansa hält derzeit 15,6 Prozent an JetBlue. rtr
"Luftfahrt wird von der Politik schlecht bedient"
Lufthansa-Aufsichtsratschef setzt auf Internationalisierung
Hamburg. Auch unter den Fluggesellschaften wird es in den nächsten zehn bis 20 Jahren weltweit vertretene Konzerne geben. “Ich kann mir eine wirklich global aufgestellte Lufthansa vorstellen”, sagte Jürgen Weber, Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa vor dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg, der ihm am Montagabend die Ehrenmitgliedschaft verlieh. Politische Hindernisse für interkontinentale Zusammenschlüsse würden voraussichtlich nach und nach ausgeräumt.
Gleichzeitig werde sich die Konsolidierung in Europa fortsetzen. So würde die skandinavische SAS geografisch hervorragend zur Lufthansa passen. “Aber dann müssten wir auch zwei Milliarden Euro an Schulden übernehmen – das geht nicht.” Weber schließt jedoch einen Kauf der SAS zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus. Zu den dringendsten Aufgaben der neuen Lufthansa-Führungsmannschaft, die zum Jahreswechsel antritt, gehöre es, Antworten auf die Konkurrenz der Billigflieger sowie den Wettbewerbsdruck durch Anbieter aus den Golfstaaten zu finden. Zudem müsse die Politik für eine “gerechte Balance” bei den Landerechten zwischen Deutschland und der Golfregion sorgen.
© Volker Mester / Hamburger Abendblatt / 3.11.10